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Friedrich - Schiller - Schule

anders. denkend. humanistisch.

Schillerakademie EXTRA mit Katja Kipping

Am 21.11.2019 fand in der 3./4. Stunde in der Aula unsere Veranstaltung zum Thema "Chancen und Grenzen sozialer Utopien" statt.
Diskussionsrunde mit Katja Kipping (Chefin "Die LINKE") und Schülern moderiert von Herrn Jopp.

Eine sehr entspannte und aufgeräumte Frau Kipping präsentierte ihre Intensionen zum Thema.

Auch Verbindendes zu ihrem eigenen Leben kam nicht zu kurz, so dass es insgesamt eine recht kurzweilige Veranstaltung wurde. 
Fragen von unseren Schülern wurden in interessanten Zusammenhängen beantwortet.

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Gastbeitrag von Bastian Schröder (aus LVZ vom 22.11.2019):

„Zwischen Vieh und Engel“

Linken-Chefin Katja Kipping zu Gast im Schiller-Gymnasium

Von Bastian Schröder

 

Diskutierten von A wie AfD bis Z wie Zukunft: Linken-Chefin Katja Kipping und Deutsch- und Geschichtslehrer Jens-Uwe Jopp. Foto: André Kempner

Zum Abschied gab es für Katja Kipping noch ein strahlend rotes T-Shirt mit Friedrich-Schiller-Konterfei. Wie passend. Denn zuvor diskutierte die Bundesvorsitzende der Linken 100 Minuten lang mit den Schülern der Friedrich-Schiller-Schule sowie Deutsch- und Geschichtslehrer Jens-Uwe Jopp über sozialistische Utopien und den Namenspatron der Schule. Etwa, als es um das Menschenbild der gebürtigen Dresdnerin ging (sowohl egoistisch als auch gemeinschaftlich) und Lehrer Jopp feststellte: „Bei Schiller heißt das: ,Zwischen Vieh und Engel.’“

Die Themen, die unter dem Motto „Chancen und Grenzen sozialer Utopien“ an diesem Vormittag in der mit 200 Schülern voll besetzten Aula diskutiert wurden, waren vielfältig – und die Fragen der Schüler kritisch. Warum streiten Linke so viel? Kann es eine soziale Klimapolitik geben? Und wieso würden einige CDU-Politiker lieber mit der AfD koalieren als mit den Linken?

Kipping machte sich während der Diskussion immer wieder Notizen und suchte mit den Schülern eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Mal leicht verständlich, etwa bei der Frage nach innerparteilichen Streitereien: „Das ist wie mit Coca-Cola und Pepsi. Die sagen auch keine netten Dinge übereinander.“ Mal anspruchsvoller, etwa bei der Koalitionsfrage und den Strickfallen der Extremismustheorie.

Ob zu jedem Zeitpunkt jeder Schüler folgen konnte, bleibt fraglich. Der Kern ihrer Politik durchzog jedoch die Diskussion. Den brachte Kipping auf die Formel: „Bus, Bahn, Bildung“. Oder wie es Jens-Uwe Jopp mit den Worten Schillers sagte: „Zu essen gebt ihm, zu wohnen. Habt ihr die Blöße bedeckt, gibt sich die Würde von selbst.“

Bei den Schülern kam das durchaus an. Lieselotta Hempel besucht die 12. Klasse der Schule und fand die Diskussion „sehr interessant und aufschlussreich“. Allerdings, gibt die Schülerin zu bedenken, „war das auch eine Diskussion, bei der viele Schüler die gleiche Meinung haben“. Erik Glas, Klasse 11, sagt , dass er liberale Positionen vertritt. Er war überrascht von dem Auftritt. „Ich bin sehr kritisch in die Diskussion gegangen und habe Frau Kipping noch mal anders kennengelernt, als ich erwartet hatte. Sie hat die Realität sehr gut widergespiegelt und sich gut mit den Fragen auseinandergesetzt.“

Die „Schillerakademie“ der Friedrich-Schiller-Schule lädt regelmäßig Persönlichkeiten aus Politik und Öffentlichkeit zu sich ein. Zu Gast waren schon der Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer, Linken-Politiker Gregor Gysi, RB-Manager Ralf Rangnick, Grünen-Chef Robert Habeck und FDP-Chef Christian Lindner.