Abschiedsworte unseres Schulleiters

Sehr geehrte Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

der heutige Tag ist mein letzter „Diens(t)tag“ im Schuldienst. Nach über 28 Jahren Tätigkeit im Leitungsbereich der Friedrich-Schiller-Schule und insgesamt über 40-jähriger pädagogischer Tätigkeit, werde ich mich heute aus dem Dienst verabschieden.

Ich habe sehr gern als Lehrer und Schulleiter an der Friedrich-Schiller-Schule gearbeitet und möchte mich rückblickend bei Ihnen und euch für das jahrelang entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Ich wünsche Ihnen und euch viel Kraft, um den momentan schwierigen und herausfordernden Zustand des Lehrens und Lernens zu überwinden und bin fest davon überzeugt, dass dies gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern der Schule auch gelingt.

„Da die Natur dem Menschen zwar die Bestimmung gibt, aber die Erfüllung derselben in seinen Willen stellt, so kann das gegenwärtige Verhältnis seines Zustandes zu seiner Bestimmung nicht Werk der Natur, sondern muss sein eigenes Werk sein.“ (Schiller, „Über Anmut und Würde“)

Den Lehrerinnen und Lehrern der Schule habe ich mit auf den Weg gegeben, daran zu denken, dass es auch für die Schülerinnen und Schüler eine schwierige Zeit ist und deshalb überzogene Strenge nicht geboten ist, sondern Zuwendung und Hilfestellung notwendig sind.

 „Es ist ein sehr verderblicher Missbrauch, der von dem Ideal der Vollkommenheit gemacht wird, wenn man es bei der Beurteilung anderer Menschen und in den Fällen, wo man für sie wirken soll, in seiner ganzen Strenge zum Grund legt. Jenes wird zur Schwärmerei, dieses zur Härte und zur Kaltsinnigkeit führen. Man macht sich freilich seine gesellschaftlichen Pflichten ungemein leicht, wenn man dem wirklichen Menschen, der unsre Hilfe auffordert, in Gedanken den Idealmenschen unterschiebt, der sich wahrscheinlich selbst helfen könnte. Strenge gegen sich selbst, mit Weichheit gegen andre verbunden, macht den wahrhaft vortrefflichen Charakter aus. Aber meistens wird der gegen andere weiche Mensch es auch gegen sich selbst, und der gegen sich selbst strenge es auch gegen andere sein; weich gegen sich und streng gegen andere ist der verächtlichste Charakter.“ (Schiller „Zur Ästhetischen Erziehung des Menschen“)

Ich bedanke mich bei Ihnen und euch für die konstruktive Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen.

F. Walther

Leipzig am 26.01.2021